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Конференция «Национал-социализм и региональное сознание в Восточной Европе» в Берлине (24-25 октября 2013 г.)

Европейское сообщество воспоминания и солидарности (Варшава) в сотрудничестве с Федеральным институтом культуры и истории немцев в Восточной Европе (Ольденбург), Институтом современной истории (Мюнхен/Берлин) и Институтом национальной памяти (Братислава) приглашают принять участие в конференции «Национал-социализм и региональное сознание в Восточной Европе», которая состоится 24-25 октября 2013 г. в Берлине.

Для участия в конференции просьба прислать тезисы Вашего (неопубликованного) доклада (0,5-1 страница формата A4, максимально 2400 знаков) и краткие данные о Вашем профессиональном пути и настоящей деятельности до 30 апреля 2013 г. на эл. адрес:

ns-regions @ enrs.eu

Dr. Burkhard Olschowsky

Europejska SiećPamięći Solidarność

ul. Wiejska 17/m. 4

PL-00-480 Warszawa

Dr. Ingo Loose

Institut für Zeitgeschichte

Abteilung Berlin

Finckensteinallee 85-87

12205 Berlin

Подробная информация  о конференции на немецком:

Die Tagung möchte die Strategien nichtmilitärischernationalsozialistischer Einflussnahme und Machterweiterung im östlichen Europa in den Blick nehmen. Die Frage nach dem Verhältnis von nationalsozialistischer Raum- und Volkstumspolitik einerseits und Staatsräson sowie regionalen Identitäten in den Ländern des östlichen Europa andererseits soll ebenso Gegenstand der Tagung sein wie der Vergleich der unterschiedlichen Regionen im Hinblick auf politische Vereinnahmungen und kulturelle Prägungen durch Ideologien.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Rolle der deutschen Minderheiten (der sog. „Auslandsdeutschen“) im Kontext der nationalsozialistischen Einflussnahme auf die politischen und kulturellen Belange in den jeweiligen Staaten und ihrer Instrumentalisierung bei einer ethnischen und räumlichen Neuordnung des östlichen Europas. Die Tagung nimmt vor allem jene Länder in den Blick, deren autoritäre bzw. faschistische Regierungen zeitweilig mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündet waren, wie Ungarn, Rumänien und – währenddes Zweiten Weltkriegs – die „Satellitenstaaten“ Slowakei und Kroatien. Berücksichtigt werden auch die Sowjetunion sowie besondere Regionen wie Galizien.  Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von den 1920er Jahren bis 1944.

Die Konferenz ist inhaltlich in drei Themenblöcke gegliedert:

1. Ideologie, Kultur und Selbstverständnis

Unter dem ideologischen und kulturellen Einfluss des Nationalsozialismus veränderte sich das Selbstverständnis der deutschen „Volksgruppen“. Es ist zu fragen:

- Inwieweit lässt sich in den einzelnen Ländern überhaupt von homogenen deutschen „Volksgruppen“ sprechen, und welche kulturellen Vorstellungen und politischen Ambitionen besaßen sie?

- Welche personellen Kontinuitäten gab es zwischen deren regionaler Kultur- und Brauchtumspflege und der auf die Region fokussierten Kultur- und Geschichtspolitik nationalsozialistischer Prägung?

- Wie verhielten sich die Nationalstaaten gegenüber den deutschen Minderheiten und wie veränderte sich das Verhältnisim Laufe der Jahre?

- Wie gestalteten sich in der Folge das Zusammenlebenmit anderen Ethnien und das Verhältnis zu den jeweiligen Regierungen?

2. Regionale Identitäten: Kontinuität – Beharrung

Die Nationalsozialisten betrachteten regionale Kulturen vor allem durch das Prisma völkisch-rassischer Vorstellungen zum Zweck ihrer Machtsicherung und -erweiterung.

- War die NS-Kulturpolitik in dieser Hinsicht einheitlich oder wurde sie in Anbe-tracht regionaler Besonderheiten in Teilen modifiziert?

- Inwieweit wirkten regionales Selbstbewusstsein undBeharrungskräfte (bestehende Initiativen, Organisationen, Museen undMedien, religiöse und andere Traditionen) gegen eine NS-Vereinnahmung?

- Über welche Spielräume verfügten regionale Akteuregegenüber der NS-Kulturpolitik und wie wurden diese genutzt, beispielsweise in Form einer Selbstmobilisierung, die mit den nationalsozialistischen Zielen nur partiell zusammenfiel?

3. Politik und Machtausbau

Die NS-Raumpolitik knüpfte an Vorstellungen eines deutschen „Volks- und Kulturbodens“ an, die in wissenschaftlichen Institutionen der Weimarer Republik ausgearbeitet worden waren und in den 1930er Jahrennicht selten unter Wahrung personeller Kontinuitäten weiterentwickelt wurden.

- Inwieweit wurde die „Ostforschung“ zu einem konstitutiven Element dieser Volkstumspolitik?

- Und welche Instanzen und Strukturen des NS-Staateserwiesen sich bei der Interaktion mit der Peripherie als erfolgreicher als andere?

- Welche Rolle spielten die Verbände und Parteien der „Auslandsdeutschen“ angesichts unterschiedlicher Erwartungen und Loyalitätsbekundungen gegenüber der nationalsozialistischen Führung in Deutschland und den Regierungen in ihren Heimatländern?

- Welchen Einfluss hatten grenzübergreifende völkische oder faschistische Netzwerke und Zukunftsverheißungen auf die Gesellschaften der Länder Ostmitteleuropas?

4. Expansion und Krieg

Mit dem Münchener Abkommen 1938, der Zerschlagung der Tschechoslowakei, dem Überfall auf Polen und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges änderten sich die Bedingungen für die „Auslandsdeutschen“ in Bezug auf den Nationalsozialismus in Europa grundlegend.

- Welchen Einfluss hatte die deutsche Volksgruppe auf die zwischenstaatlichen Beziehungen zum Deutschen Reich bzw. in den annektierten Gebieten?

- Welche Funktion übten die „Auslandsdeutschen“ aus,wie wurde Loyalität während des Krieges generiert?

- Welche Rolle spielten schließlich Teile der „Auslandsdeutschen“ im Kontext der nationalsozialistischen Massenverbrechen, bei der Expansion sowie Exploitation okkupierter bzw. dominierter Staaten und beim Holocaust?

- Welche Konsequenzen ergaben sich daraus nach 1945 für die Wahrnehmung deutscher Minderheiten und/oder ihre kulturellen Hinterlassenschaften in den Ländern und Regionen des östlichen Europa?

Die Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet; berücksichtigt werden die politische Geschichte, Historiographie, Vor- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Ethnologie, Museumswesen, Publizistik, Literatur und Film, zudem biographische Studien zu Akteuren und Netzwerken sowie Fragestellungen zur Quellenlage einer „auslandsdeutschen“ Sozialgeschichte im genannten Zeitraum.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.